Traumpfad - Unterwegs im Naturidyll Elzbachtal

Traumpfad - Pyrmonter Felsensteig
Pyrmonter Mühle, Burg Pyrmont mit Wasserfall.

Veröffent­licht in: Niederrhein Magazin Kempen Kompakt KK, Mai 2024

Im Rhein-Eifel-Mosel-Land warten 27 Traumpfade auf Natur- und Wanderfreunde, ausgezeichnete Rundwanderwege im Tagesausflugsformat. Einer davon, der „Pyrmonter Felsensteig“, wurde 2015 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gewählt. Grund genug, sich den rund 12 Kilometer langen Pfad einmal genau anzuschauen. An der nahen Mosel laden zudem zahlreiche Burganlagen zu einem Besuch ein - wie die Burg Thurant.      

 

Das „Wandermagazin“ lässt seine Leser seit vielen Jahren über die schönsten Wanderwege in Deutschland abstimmen. „Tagestouren“ und „Mehrtagestouren“ stehen dabei in zwei Kategorien zur Auswahl. Seit 2015 darf sich der „Pyrmonter Felsensteig“ in der Kategorie „Tagestour“ mit der renommierten Auszeichnung schmücken. Der rund 12 Kilometer lange Weg in der Ost-Eifel, unweit der Mosel zwischen Roes und Marienmaifeld gelegen, überzeugt dabei mit einer ungeahnten Vielfalt. Wilde Natur im Elzbachtal, die mittelalterliche Burg Pyrmont, spektakuläre Wasserfälle an der Pyrmonter Mühle und weite Blicke über die Eifellandschaft sind einige von vielen Höhepunkten auf der Route. Viele Gründe also die Wanderstiefel anzuziehen und sich selbst auf einen der schönsten Wanderwege Deutschlands zu begeben. Der Startpunkt liegt nur knapp zwei Autostunden von Kempen entfernt.

Start am Wanderparkplatz Pyrmonter Mühle

Hoch oben, über dem Wanderparkplatz an der Pyrmonter Mühle, thront sie. Die Burg Pyrmont und Namensgeberin des prämierten Wanderwegs. Der Frühlingstag hätte nicht schöner beginnen können. Am stahlblauen Himmel setzen sich die historischen Gemäuer der großen mittelalterlichen Burganlage malerisch ab. Trotz des schönen Wetters sind nur wenige Mitwanderer vor Ort. Es sind heftige Schauer angekündigt, also keine Zeit verlieren und den Rucksack aufsetzen, vier Stunden sind für die Wanderung vorgegeben.

Spektakulär beginnt der Traumpfad Pyrmonter Felsensteig direkt an der Pyrmonter Mühle mit ihren rauschenden Wasserfällen, denen wir uns aber erst intensiver am Ende der Wanderung widmen wollen. Wir folgen zu Beginn einem stillen Waldweg, der vorbei an der Gedenkstätte „Drei Kreuze“ hinauf auf die fruchtbaren Höhen des Maifelds führt. Der Ginster, zahlreiche Pflanzen und Bäume sind nach dem Winter schon erwacht und recken ihr erstes frisches Grün in die Frühlingsluft. Im Frühjahr wandert man auf dem Maifeld durch blühende Rapsfelder, im Sommer durch im Wind wiegendes Getreide. Es geht auf weichen Graswegen hinauf zu einem liebevoll gepflegten Heiligenhäuschen und weiter zum höchsten Punkt der Wanderung, dem 341 Meter hochgelegenen Gipfelkreuz des Sammetzkopf. Hier oben auf der „Platte“ weht ein frischer Wind. Die Aus- und herrliche Weitsicht über das geschwungene Eifelland hinüber nach Marienmaifeld und die umliegenden Dörfer machen Lust auf mehr.

Schutzhütte vor der Teufelskammer kommt gerade recht

Ab jetzt, dem Abschnitt der am Juchel-Berg beginnt, geht es durch wilde und romantische Natur zunächst hinunter zum Elzbach. Den Ferienpark Wingertsberg, wo sich auch ein Wanderparkplatz befindet, lässt man rechts liegen und kommt zu einer Schutzhütte, der Hauerhütte. Diese kommt auf unserer Wanderung wie bestellt, denn aus dunklen Wolkentürmen schüttet es nun plötzlich und heftig für 30 Minuten. Als die Sonne wieder hervorlugt, geht es über eine kurze Felsstufe endgültig hinab zum Elzbach in die Teufelskammer. Diese trägt ihren Namen aber nicht zu Recht, denn hier im Naturschutzgebiet ist der Elzbach ein wahres Naturidyll. Wild schlängelt er sich durch das Tal-Bett und einen verwunschenen Erlenwald. Die in den Winterstürmen gefallen Bäume liegen hier unberührt kreuz und quer. Im und am Wasser. Teilweise müssen diese überklettert werden. Je nach Wasserstand des Elzbaches ist der Teilabschnitt des Felsensteiges nur bedingt begehbar. Man sollte sich am besten vor Wanderbeginn informieren, ob die Wege alle (wasser-) frei sind.

Vom Elztal ist der Weg nicht mehr weit zur Burg Pyrmont, wo man nach dem Aufstieg mit herrlichen Aussichten in die umliegenden Wälder belohnt wird. Weiter geht es auf dem zwei Kilometer langen Schlussabschnitt einem herrlichen Pfad entlang in das „Reich der Felsen“ mit efeuumrankten Höhlen und steilen Klippen. Der Abstieg zum Tal der Elz bietet noch einmal sagenhafte Blicke auf die Burg bevor über den Talweg die Pyrmonter Mühle erreicht wird. Hier endet der Rundweg an spektakulären Wasserfällen, die ein echtes Naturschauspiel sind. Bei einem Kaffee im Mühlenrestaurant, dem einzigen entlang des Weges, kann man das Erlebte der letzten vier Stunden noch einmal Revue passieren lassen.

Burg Thurant bietet Blicke auf Mosel und Weinberge

Bevor es auf den Rückweg geht, sollte man sich eine Burgbesichtigung nicht entgehen lassen. An der Mosel ist wahrscheinlich, neben dem bekannten Mittelrheintal, die wohl größte Burgendichte in Deutschland. Neben der bekannten Burg Elz, die einst den 500 DM-Schein zierte und der Feste in Cochem, gibt es dutzende weitere lohnende Ziele. Wir statten der Burg Thurant einen Besuch ab. Über die Brücke bei Löf geht es auf die andere Moselseite nach Alken und hinauf zur Burg. Die imposante Burganlage, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, ist eine der ältesten und besterhaltenen Höhenburgen an der Mosel.

Als weithin sichtbares Wahrzeichen thront sie majestätisch über dem Weinort Alken im Landkreis Mayen-Koblenz. Die gesamte Burganlage ist von einer Ringmauer umgeben und enthält schöne Innenanlagen mit liebevoll angelegten Gärten, Sitzgelegenheiten und einem Kiosk, der unter anderem Wein und kleine Speisen anbietet. Besonders beeindruckend sind die Bergfriede („Kölner Turm“ und „Trierer Turm“), die mit einer Höhe von jeweils gut 20 Metern zu den höchsten Bergfrieden an der Mosel zählen und bestiegen werden können.

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Der komplette Artikel als PDF: Traumpfade durch das Naturidyll Elzbach

Mehr Infos Traumpfade und Pyrmonter Felsensteig

Das orange Traumpfad-Logo leitet den Weg.
Das orange Traumpfad-Logo leitet den Weg.

Das Rhein-Mosel-Eifel-Land ist der perfekte Wandergastgeber. Ein Netz von Traumpfaden durchzieht die Region, auf denen man die herrliche Landschaft mit ihren reichen Naturdenkmälern und kulturellen Schönheiten entdecken kann. 27 Rundwanderwege im Tagesausflugsformat führen durch dichte Wald- und Vulkanlandschaften, über Hochplateaus und steile Weinberghänge, vorbei an mittelalterlichen Schlössern und Burgen und präsentieren spektakuläre Ausblicke ins Rhein- und Moseltal und die wilde Natur der Eifel.

Der „Pyrmonter Felsensteig“ ist einer der 27 Traumpfade. Start und Ziel des „schönsten Wanderweges Deutschlands 2015“ ist der Parkplatz an der Pyrmonter Mühle in 56754 Roes. Sollte der Parkplatz voll sein, gibt es unweit an der Burg weitere Möglichkeiten sein Auto zu parken. Wie alle Traumpfade, ist auch dieser Weg ein Rundweg mit einer Weglänge von rund 12 Kilometer, für die man rund vier Stunden einplanen sollte. Essen und Trinken nicht vergessen einzupacken, da es am Weg keine Gastronomie gibt. Der Weg ist mit der Schwierigkeit „Mittel“ bewertet, also auch für Familien mit älteren Kindern (ab 10 Jahren) geeignet. Im Aufstieg/Abstieg hat man jeweils 363 Höhenmeter zu bewältigen. Anfahrt über die A61 und A48 (Abfahrt Kaifenheim). Weiter über die L 109 Richtung Burg Pyrmont nach Roes und der K 27 Richtung Burg Pyrmont bis zur Pyrmonter Mühle. Die Ausfahrt zum Parkplatz liegt in einer Kurve.

www.traumpfade.info

Text + Fotos: Uli Geub / redkom ©

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